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Impulse

Erweitere deinen Einfluss!

Während meines ersten Studiums durfte ich als Tutor die 10. Klasse unterrichten. Es war die Zeit, in der die “Mengenlehre” – nicht nur in der Universität, sondern auch – auch in der Schule unterrichtet werden sollte. Ich interessierte mich sehr für das Thema und habe erfolgreich auch die Schüler dafür begeistert. Das Thema “Schnittmengen” gehörte zu meiner Lieblingsthemen. Ich erwische mich immer noch, dass ich davon begeistert bin und unterschiedlichen Themen als Mengen betrachte und dann versuche deren “Schnittmenge” zu bilden. V.a. finde ich interessant, die “Elemente” innerhalb einer Schnittmenge zu untersuchen. Es sind Elemente, die ihren Nutzen gegenseitig erhöhen und ihre Nachteile gegenseitig aufheben. Schon alleine die Definition der Kriterien ist interessant, die bestimmen, welche Elemente zu einer Schnittmenge gehören.

Das Thema “Einflussbereich” in dem Buch “Die 7 Wege zur Effektivität” von Stephan R. Covey ist ein Beispiel dafür. Denn es verdeutlicht den praktischen Einsatz einer “Schnittmenge”.

Ich erlebe oft, dass das Thema für viele noch unbekannt ist. Daher stelle ich es dir nachfolgend aus meiner Sicht dar. Ein Impuls, dich tiefer damit zu beschäftigen und es anzuwenden.

Stelle dir einen großen Kreis vor. Dieser Kreis ist die Menge aller Themen, die dich interessieren. Den Kreis nennen wir den “Interessenbereich”. Jetzt stelle dir einen kleineren Kreis innerhalb dieser Kreis vor, der die (Schnitt-)Menge der Themen bildet, die dich interessieren und die du auch beeinflussen kannst. Diesen Kreis nennen wir den “Einflussbereich”. Die Inhalte dieser Bereiche sind z.B. Aktivitäten, Nachrichten, Herausforderungen, Dinge, Personen, Themen usw..

Nachfolgend nenne ich die Inhalte dieser Bereiche “Elemente”, unabhängig davon, welcher Art sie sind.

Deine Interessen sind groß. Wöchentlich, täglich, stündlich oder vielleicht minütlich kommen zusätzliche Elemente (Interessen) zu deinem Interessenbereich hinzu oder es fallen einige raus.

  • Wie oft beschäftigst du dich mit den Elementen aus deinem Interessenbereich?
  • Wie viele deiner Ressourcen (Zeit, Geld, Nerven, Energie usw.) verwendest du dafür?
  • Wie viele dieser Elemente kannst du beeinflussen?

Die Antwort auf die letzte Frage bestimmt die Menge deines Einflussbereiches. Jetzt kommt es auf Folgendes an:

  • Beschäftigst du dich weiterhin mit den Elementen, die in deinem Interessenbereich liegen? Oder
  • Konzentrierst du dich voll und ganz auf die Elemente, die zu deinem Einflussbereich gehören?

Wenn du die letzte Frage mit “Ja” beantwortet hast, dann wird dein Einflussbereich immer größer. Je mehr du dich mit den Elementen aus deinem Einflussbereich beschäftigst, desto größer wird dieser Bereich und damit dein Einfluss. Und je mehr du dich mit den Elementen aus deinem Interessenbereich beschäftigst, desto kleiner wird dein Einfluss(-Bereich).

Wir leben in einer Zeit, in der uns täglich viele Informationen erreichen. Jede Information kann unser Interesse wecken. Gleichzeitig kann sie uns von unserem “Plan” ablenken. Die neue Information ist ja schließlich interessant und “alle andere reden auch davon” und haben es auch “geliked!”. Die Herausforderung besteht darin, dass wir nur den Informationen (Elementen) nachgehen, die wir auch beeinflussen können. Unsere Ressourcen sind sehr wertvoll. Diese sollten wir nur für die Elemente einsetzen, die wir beeinflussen können. Unser Einflussbereich wird damit größer und größer und wir brauchen (noch) weniger Ressourcen einsetzen, um unsere Herausforderungen zu meistern.

Für mich ist folgender zusätzlicher Aspekt interessant. Je mehr wir uns mit unserem Interessenbereich beschäftigen, desto weniger haben wir Zeit und Kraft, uns mit den Elementen aus unserem Einflussbereich zu beschäftigen. Und dies führt dazu, dass wir sukzessive sogar “Elemente” übersehen, die wir bereits beeinflusst haben und weiterhin beeinflussen könnten. Wenn wir unseren Einflussbereich genauer analysieren, bekommen wir immer mehr Motivation, unsere Herausforderungen anzugehen. Unser bestehender Einflussbereich gibt uns die Bestätigung, Kraft, Unterstützung, Freude, Stolz und Stärke. Dies ist die notwendige Basis, um andere neue Herausforderungen anzugehen.

Es ist eine Herausforderung, den Ablenkungen zu widerstehen, die die “anscheinend interessanten Elemente” an uns stellen. Diese Herausforderung können wir mit unserer ständigen Wachsamkeit meistern. Unsere Wachsamkeit führt sukzessive zu einer Art Gewohnheit, die Themen erst zu prüfen, bevor wir unsere Ressourcen dafür einsetzen. Eine positive gesunde Gewohnheit statt einer negativen, ungesunden Sucht. Eine Prüfung basierend auf unseren Rollen und Ziele.

Wir können uns selbst große Freude schenken, wenn wir uns mehr und mehr mit den “Elementen” beschäftigen, die wir beeinflussen können. Diese Freude zeigt sich u. a. daran, dass wir die Elemente beider Bereiche sukzessive mit einer anderen Sicht betrachten. Wir entwickeln die Freude, unterschiedliche Innen- und Außenfassaden der einzelnen Elemente zu entdecken. Eine Freude, die uns davon abhält, blind etwas zu folgen. Eine Freude, die Themen, denen wir nachgehen, selbst ausgewählt zu haben. Eine Freude, die uns befähigt, bewusst die Elemente auszuwählen, mit denen wir uns beschäftigen wollen und dafür unsere Ressourcen einzusetzen. Eine Art “pro-aktives” Leben. Wir werden selbst eine “treibende Kraft” statt von unseren “Interessen” getrieben zu werden. Eine treibende Kraft, die ihren Einfluss sowohl für uns selbst als auch für Andere nutzbringend einsetzt.

Es ist die “einfache Schnittmenge” zweier Kreise und der darin enthaltenen Elemente aus der “Mengenlehre”. Eine “Lehre”, die uns befähigt, aus der “Menge” der Informationen diejenigen auszusuchen, die uns ein “erfülltes” Leben statt “einer Leere” schenkt.

Ich hoffe, dir damit Impulse mitgegeben zu haben, dich damit zu beschäftigen.

Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg auf dem Weg, deinen Einflussbereich zu vergrößern. Und natürlich freue mich sehr auf dein Feedback und deine Erfahrungen.

2 Antworten auf „Erweitere deinen Einfluss!“

Ich hätte nicht gedacht, dass ich der Mathematik einmal etwas Positives abgewinnen kann, aber deine anschauliche Darstellung des Themas mit den Schnittmengen gefällt mir sehr! Unterschwellig nehmen wir oft wahr, dass wir uns nicht genug auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können. Du hast dies im Beitrag oben schwarz auf weiß formuliert und forderst uns auf, uns aktiv damit zu beschäftigen, die Inhalte in diese beiden Mengen einzuordnen. Das sind sehr gute Tipps, die jeder jederzeit anwenden kann. Besonders gut finde ich, dass du auch die psychologischen Folgen formuliert hast, die eine Konzentration auf den Einflussbereich hat. Bleiben wir alle wachsam!

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